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Dieter Fauth: Thomas Müntzer in bildungsgeschichtlicher Sicht.

Zur historischen Verortung einer subjektiven Religionspädagogik. 2. Aufl. 1999; VIII + 319 S.; 12 Abb.; Br.; 20,8 x 14,8 cm; ISBN 3-933891-05-1; EUR 18,00.

Kurzbeschreibung
Diese theologie- und kirchengeschichtliche Studie zeigt Thomas Müntzer (vor 1491 - 1525) als einen herausragenden Gebildeten des frühen 16. Jahrhunderts, der für eine Religiosität eintritt, die der Subjektivität des Einzelnen möglichst maximalen Raum lässt und die zugleich biblisch, theologisch und humanistisch umfassend begründet ist. Die Studie über diesen faszinierenden Pädagogen und Theologen soll zugleich ein Beitrag zur Theologie- und Reformationsgeschichte sowie zur gegenwärtigen Religionspädagogik sein.

Als Beitrag zur Theologie- und Reformationsgeschichte wird Müntzer auf der Grundlage seines eigenen Selbstverständnisses, wie es in den Quellen greifbar wird, reflektiert. Müntzer begegnet als Gestalt, die klassische Autoren (vor allem Quintilian und Platon), Kirchenväter (vor allem Tertullian, Augustin, Hieronymus), Mystiker (vor allem Tauler und Frauenmystikerinnen) und den Humanismus aufs Beste kannte und zu einem eigenwilligen theologisch-religionspädagogischen System verband.

Die gegenwärtige, überkonfessionell reflektierte Religionspädagogik hat in ihrem Plädoyer für einen subjektiv-erfahrungsbezogenen, symboldidaktischen und interkulturellen Umgang mit Religion als Bildungsgut in den Anschauungen Müntzers eine historische Wurzel. Müntzer hat gar bestimmte Elemente einer derart subjektiven Religionspädagogik reflektiert, die in gegenwärtigen verwandten religionspädagogischen Konzepten erst noch kritisch zu diskutieren wären. Dazu gehört die Vorstellung einer religionspsychologisch begründbaren Wesensgleichheit der Menschen aller Religionen und Nationen bzw. die Idee einer religionenübergreifenden Kirche aller Gläubigen.

Aus dem Inhalt
Schulgeschichtliches zum frühen 16 Jahrhundert. - Pädagogische Sprache in der Theologie. - Hermeneutische Kategorien zum Erwerb religiöser Bildung. - Antik-klassischer, patristischer und humanistischer Hintergrund religiöser Bildung. - Von der Mystik beeinflusste Bildungsvorstellungen. - Pädagogisch-theologische Anthropologie.

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